
Die Ergotherapie Psychiatrie besteht seit 1996 in der Landesnervenklinik Sigmund Freud. Derzeit versorgen 15 Ergotherapeutinnen die drei allgemein psychiatrischen Abteilungen, die Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen und die Abteilung für Gerontopsychiatrie.
Psychiatrie 1:
Verena Kalss 0316/ 21 91 – 2523
Nicole Ruschka 0316/ 21 91 – 2631
Simone Canek 0316/ 21 91 - 2850
Psychiatrie 2:
Maria Millisits 0316/ 21 91 – 2430
Petra Blumrich 0316/ 2191 - 2119
Psychiatrie 3:
Alexandra Essl 0316/ 21 91 – 2449
Maria Edelsbrunner 0316/ 21 91 - 2583
Carmen Spielbichler 0316/ 2191 - 2071
Abhängigkeitserkrankungen:
Stefanie Seidel 0316/ 21 91 – 2504
Gabriele Bernard 0316/ 2191 - 2126
Doris Legat 0316/ 2191 - 2055
GERONTO:
Alexandra Pammer 0316/ 21 91 – 2686
Birgit Mitter 0316/ 21 91 - 2116
Nicole Berdè 0316/ 21 91 - 2842
Die ergotherapeutische Tätigkeit ist im Bundesgesetz über die Regelung der gehobenen medizinisch-technischen Dienste (MTD Gesetz) Abschnitt 1 festgelegt.
Ergotherapie ist eine Therapieform, die den Patienten bei der Erreichung der größtmöglichen Selbständigkeit und Lebensqualität im Alltag unterstützt.
Das Ziel ist letztendlich immer die Rehabilitation, das heißt das Erreichen einer unter den gegebenen Umständen optimalen Handlungsfähigkeit.
Behandelt werden ausschließlich stätionäre Patienten mit psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen, welche die Beziehungs- und Handlungsfähigkeit beeinträchtigen. Die Zuweisung erfolgt durch die/den behandelnde/n Ärztin/Arzt.
Nach Befundung des Patienten durch die zuständige Therapeutin wird unter Anwendung diverser Therapiekonzepte eine individuell angepasste Therapie gestaltet.
Den Therapiekonzepten zugrundeliegende Modelle sind:
Das Therapieangebot umfasst Gruppen- oder Einzeltherapien mit ausdruckszentrierten, kompetenzzentrierten oder interaktionellen Methoden.
Für nähere Informationen zur Ergotherapie und zur Ausbildung steht die Homepage des Ergotherapieverbandes zur Verfügung.
Das MOHO versteht den Menschen als dynamisches, sich selbst organisierendes System, das sich im Verlauf der Zeit ständig fortentwickelt und verändert. Dem Modell zufolge spielt Betätigung eine zentrale Rolle in diesem Prozess der Selbstorganisation. Was Menschen innerhalb ihrer Betätigungen tun, formt sie zu den Personen , die sie in Zukunft sein werden. Somit ist Betätigung eine zentrale Kraft für Gesundheit, Wohlbefinden,. Entwicklung und Veränderung.
Es bietet zum einen einen theoretischen Ansatz zu Dimensionen des Handelns und entsprechenden Störungen. In diesem Sinne werden Handlungsmotivation, entsprechende Verhaltensmuster im Rahmen von Routine und Lebensstil, die Qualität kompetenter Handlung und der Einfluß der Umwelt auf Handlungsverhalten thematisiert.
Zum anderen sieht das MOHO eine Palette von Befundungsinstrumenten vor, die zur klientenspezifischen Datenerfassung, adäquaten Interventionswahl und entsprechenden Auswertungen dienen sollen, mithin zu einer Systematisierung beruflicher Kenntnisse im wissenschaftlichen Kontext (vgl. Jerosch-Herold/Marotzki/Hack/Weber (Hrsg.): Ergotherapie – Reflexion und Analyse. Konzeptionelle Modelle für die ergotherapeutische Praxis. Springer Verlag Berlin Heidelberg 1999. S. 50 ff.).

Dieses Modell beschäftigt sich mit der Handlungsfähigkeit psychiatrischer PatientInnen und bezieht sich auf die Handlungstheorie nach Hacker und auf das handlungs- theoretische Modell nach Cranach.
Den handlungsbezogenen Kognitionen liegen steuernde und energetisierende Prozesse, sowie soziale und individuell soziale Repräsentationen zugrunde.
ErgotherapeutInnen sollen ihrer Meinung nach in erster Linie vorbereitende und auswertende Prozesse handlungsbegleitender Kognitionen fördern. Das Produkt, Ergebnis einer Handlung ist zweitrangig.
Die Umsetzung, der in der Therapie geförderten Handlungsfähigkeit in den persönlichen Alltag der PatientInnen ist das Ziel.
Zur Erfassung der Handlungsfähigkeit psychiatrischer PatientInnen hat Csontos Erfassungsbögen entwickelt, anhand derer die jeweils einer Handlung zugrunde liegenden steuernden und energetisierenden Prozesse beobachtet werden können (vgl. Blaser- Csontos: Die Förderung der Handlungsfähigkeit. Lizentiatsarbeit. Bern 1991).
Mosey bezeichnet den Aufbau der Profession Ergotherapie mit dem Begriff der „Ergotherapeutischen Beziehungsschleife“
Anhand dieser Beziehungsschleife beschreibt sie drei Bezugsrahmen:
Den analytischen,
den theoretischen und
den entwicklungsorientierten.
Der entwicklungsorientierte Bezugsrahmen richtet sich auf die Entwicklung anpassender Fertigkeiten, die für die erfolgreiche Ausführung von Betätigungen und Aufgaben im sozialen Kontext wichtig bzw. nötig sind. Dieser Bezugsrahmen ist für die praktische Arbeit der Ergotherapie-Psychiatrie von großer Bedeutung.
Die Bezugsrahmen sind vom Modell der Profession abgeleitet und bieten eine Vielfalt von Vorgehensweisen für die Befunderhebung und den Behandlungsprozeß (vgl. Jerosch-Herold/Marotzki/Hack/Weber: Ergotherapie – Reflexion und Analyse. Konzeptionelle Modelle für die ergotherapeutische Praxis. Springer Verlag Berlin Heidelberg 1999. S. 127ff.).

Das kanadische Modell der Occupational Performance beschreibt den Zusammenhang zwischen Personen, den Handlungen, die sie täglich ausführen, und der Umwelt, in der sie leben, arbeiten und spielen.
Eine zentrale Idee im kanadischen Modell ist die Spiritualität des Einzelnen, die er bei Betätigung erfährt.
„Spiritualität“ bezieht sich auf das ganz persönliche Innere, die Anteile einer Person, die sie motivieren, sich den Aufgaben und Tätigkeiten im täglichen Leben zu stellen. Bei Betätigung kommen charakteristische Züge einer Person zum Ausdruck, die affektive, kognitive und physische Komponenten enthalten. Für Ergotherapeuten ist es wichtig zu verstehen, welche Charakteristika einer Person bei den alltäglichen Betätigungen hilfreich sind und welche sie behindern.
Das Canadian Occupational Performance Measure (COPM) ist ein Beurteilungsinstrument, mit dem für einen bestimmten Zeitraum die Eigenwahrnehmung des Klienten bezüglich seiner occupational performance gemessen werden kann (vgl. Jerosch-Herold/Marotzki/Hack/Weber: Ergotherapie – Reflexion und Analyse. Konzeptionelle Modelle für die ergotherapeutische Praxis. Springer Verlag Berlin Heidelberg 1999. S. 157ff.).

Die PatientInnen haben die Möglichkeit, im Rahmen der kreativen Gestaltung ihre Gefühle und Einstellungen auszudrücken, ihre eigene Persönlichkeit und im weiteren Sinne die Sichtweise ihrer eigenen Problematik mit sich selbst und ihrer Umwelt zu symbolisieren, anschließend zu verbalisieren und somit zu bearbeiten. Allgemein dient das kreativ- gestalterische Werk zur Verdeutlichung psychischen Geschehens und wird intensiv unter Beachtung der persönlichen Grenzen gemeinsam reflektiert.
Bedingt durch einen intensiven und regelmäßigen Informationsaustausch mit den behandelnden Ärzten und dem Pflegepersonal kann das akute Befinden der PatientInnen immer aktuell innerhalb der Therapie berücksichtigt und aufgegriffen werden. Dies ermöglicht eine zielorientierte, auf den augenblicklichen Zustand der PatientInnen zugeschnittene ergotherapeutische Behandlung
(vgl. www. zfp-reichenau.de/extern/fixex/therapieangebote/ergotherapie/inhalt.html)
Diese Methode findet in Form von Einzeltherapie oder Gruppentherapie statt. Hier arbeiten PatientInnen an eigenen Werkstücken mit individueller Aufgabenstellung. Sie haben ihren eigenen Handlungs- und Entscheidungsspielraum und die Möglichkeit, durch Kontakte zur Therapeutin und untereinander Rückmeldungen, Anregungen und Hilfestellungen zu erhalten. Verloren gegangene Fähigkeiten oder nicht vorhandene Fertigkeiten werden trainiert und Kompetenzen neu entdeckt. Die Steigerung von Grundarbeitsfähigkeiten wie Ausdauer, Konzentration, Frustrationstoleranz, psychischer und physischer Belastbarkeit, Geschicklichkeit und Fingerfertigkeit zählen ebenfalls zu den Schwerpunkten der kompetenzzentrierten Methode.
(vgl. www. zfp-reichenau.de/extern/fixex/therapieangebote/ergotherapie/inhalt.html)
Bei der interaktionellen Methode stehen die Auseinandersetzung in der Gruppe und das Miteinander, der gruppendynamische Prozess, im Mittelpunkt. Die Ergotherapeutin hält sich weitgehend abstinent und unterstützt die Gruppe nur durch indirekte Hilfestellung im Sinne eines Hilfs- Ich. Ziele dieser Methode sind eine verbesserte Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit und die Auseinandersetzung mit eigenen Wünschen, Ideen und Gefühlen.
(vgl. Mulzheim: Die handlungsorientierte Methode. Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V. Idstein 1999. S.14).