
Klinische Psychologie ist diejenige Teildisziplin der Psychologie, die sich mit psychischen Störungen und den psychischen Aspekten somatischer Störungen befasst.
Die Ausübung des psychologischen Berufes umfasst:
Unter klinisch-psychologischer Intervention werden sämtliche Formen professioneller psychologischer Unterstützung bei der Bewältigung vorwiegend psychischer, aber auch sozialer und körperlicher Beeinträchtigungen und Störungen zusammengefaßt (Bastine 1992).
Das professionelle Vorgehen beinhaltet, dass zwei Voraussetzungen erfüllt sind:
-die klinisch-psychologische Intervention basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen (das jeweilige Vorgehen steht im Einklang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist durch diese begründbar)
-und die ethische Vertretbarkeit der vorgesehenen Ziele und der eingesetzten Methoden ist gegeben.
Psychologische Behandlung sollte immer eingebunden sein in eine vorausgehende Problemdefinition und eine nachfolgende Evaluation.
Klinisch-psychologische Interventionen reichen von einer unmittelbar personenbezogenen Arbeit mit den Betroffenen bis zur Veränderung sozialer, institutioneller und anderer Gegebenheiten, die die psychische oder körperliche Gesundheit gefährden.
Jeweils nach dem Zeitpunkt des Einsetzens gibt es in Anlehnung an das Modell von Caplan drei große Aufgabenbereiche klinisch-psychologischer Interventionen, wobei eine Intervention umso erfolgreicher sein wird, je früher sie einsetzt.
1) Bei der Prävention soll das (Erst-) Auftreten von psychischen Störungen und/oder Krankheiten verhindert werden, indem pathogen wirkende Bedingungen beseitigt werden.
2) Die Behandlung/Therapie beinhaltet Interventionen bei bereits aufgetretenen psychischen oder gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen
3) In der Rehabilitation werden Interventionen zur psychosozialen Wiedereingliederung, Nachsorge und Rückfallprophylaxe gesetzt.
Klinisch-psychologische Diagnostik
Diagnose in der Psychologie bedeutet die Feststellung des Vorhandenseins oder Ausprägungsgrades von psychologischen Merkmalen (Eigenschaften, Fähigkeiten, Verhaltensweisen ...). Die psychologische Diagnostik befasst sich mit der Theorie, der Konstruktion und Analyse von Diagnoseverfahren. Psychologische Diagnostik als Teilgebiet der Psychologie ist Bestandteil der Differentiellen Psychologie, der Allgemeinen Psychologie, der Persönlichkeitsforschung und der Entwicklungspsychologie.
„Diagnosen“ stellen wir täglich indem wir versuchen Menschen, Situationen usw. zu beurteilen und einzuschätzen. Diese Alltagsdiagnostik wird als informelle Diagnostik bezeichnet, der die formelle Diagnostik der Psychologie gegenübersteht, die spezielle Gütekriterien erfüllen sollte.
Formelle Diagnoseverfahren sollten ausreichend objektiv, reliabel und valide sein.
Brickenkamp (1997) entwickelte folgendes Klassifikationsmodell psychologischer Tests:
In der LSF stehen den PatientInnen eine Vielzahl von vorwiegend computerunterstützten Diagnoseverfahren zur Verfügung. In allen Abteilungen finden Sie Computer-Testsysteme wie z.B. das WIENER-TESTSYSTEM der Firma Schuhfried oder das HOGREFE-TESTSYSTEM.
Klinisch-psychologische Behandlung
Ausgangspunkt jeder Behandlung ist eine ausführliche psychologische Diagnostik, wobei neben der Diagnose auch das Bedingungsgefüge (Faktoren zur Entstehung und Aufrechterhaltung) der Störung erfasst werden soll. Die Verlaufsdiagnostik dient der Evaluierung der angewandten Behandlungsmethoden.
Psychologische Behandlungsmethoden basieren auf sozialpsychologischen, lerntheoretischen, persönlichkeits- und entwicklungspsychologischen Erkenntnissen und werden zur Prävention, Behandlung und Rehabilitation angewendet.
Durch die Komplexität psychischer Störungen und die Individualität der PatientInnen ist häufig eine Vielzahl von Interventionsformen aus verschiedenen Bereichen notwendig.
Für verschiedene Störungen haben sich kombinierte standardisierte Behandlungsprogramme, wie das IPT (Integriertes psychologisches Therapieprogramm für schizophrene Patienten, Roder et al. 1988), verhaltenstherapeutische Programme zur z.B. Angst-/Stress und Konfliktbewältigung sowie spezielle neuropsychologische Trainingsprogramme für Ausfälle nach Verletzungen oder Erkrankungen des Gehirns (ELEX, Rehacom, Rehaprogramme von Rigling u.a.) bewährt.
Klinisch-psychologische Interventionen nach verschiedenen klinisch-relevanten Bereichen:
Jede klinisch-psychologische Intervention wirkt auf ein dynamisches Bedingungsgefüge ein und führt gleichzeitig zu Veränderungen auf unterschiedlichen Ebenen. Zu dem Zeitpunkt, an dem die KlientInnen die Behandlung aufnehmen, soll diese sie aus ihrer vorgefundenen Ausgangslage „abholen“ und im Sinne der Behandlungsziele verändern. Die psychologische Intervention kann als ein gezieltes Eingreifen in ein bestehendes interaktionales Geschehen, das durch neue Anregungen, Sichtweisen und Lernerfahrungen verändert wird, gesehen werden.
Klinische PsychologInnen unterstützen Sie in allen Abteilungen der LSF.